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Ein neues Familienwappen
Wo kein überliefertes Wappen vorhanden ist, kann jederzeit ein neues Wappen geschaffen werden. Es muss jedoch eigenständig sein und sich eindeutig von ...

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Löwepflug

... steht für Mut, Macht, Königlichkeit, Stärke, und tapferer Krieger

zu den Wappensymbolen

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Melden
Melden bezeichnet in der Heraldik das ausdrückliche Erwähnen besonderer Merkmale oder Abweichungen in einer Blasonierung. Selbstverständliche oder herkömmliche Eigenschaften werden dabei nicht beschrieben; nur Besonderheiten müssen ausdrücklich gemeldet werden.

Ein heraldischer Löwe ist beispielsweise ohne weitere Angaben aufgerichtet und nach heraldisch rechts gewendet. Weicht er von dieser üblichen Darstellung ab oder weist er besondere Merkmale auf, müssen diese in der Blasonierung gemeldet werden. Dazu gehören beispielsweise eine Linkswendung, eine abweichende Haltung oder besondere Attribute.

Schildinhalt
Die Schildbilder werden in zwei Hauptgruppen unterteilt:
1. Schildteilungen (auch Heroldsbilder oder Heroldsstücke genannt) reichen stets von Schildrand zu Schildrand.

2. Gemeine Figuren schweben frei im Schild oder berühren den Schildrand höchstens an einzelnen Stellen.

Gemeine Figuren sind grundsätzlich zweidimensional, stark stilisiert und ohne perspektivische Darstellung. Für viele häufig verwendete Motive haben sich im Laufe der Zeit charakteristische heraldische Formen entwickelt, beispielsweise für Adler, Löwen, Rosen oder Lilien.

Stilisierung
Die Stilisierung dient der guten Erkennbarkeit eines Wappens. Figuren werden auf ihre wesentlichen Merkmale reduziert und charakteristische Eigenschaften bewusst hervorgehoben. Dadurch bleibt ein Wappen auch aus grosser Entfernung eindeutig erkennbar.

Viele der gebräuchlichsten Wappenfiguren besitzen deshalb eine fest etablierte heraldische Gestalt, die sich teilweise deutlich von ihrem natürlichen Vorbild unterscheidet. Besonders bei Löwen, Adlern, Rosen und Lilien ist diese stilisierte Darstellung typisch. Auch Berge werden in der Heraldik meist nicht naturgetreu, sondern in einer heraldisch vereinfachten Form wiedergegeben.

Buchstaben gelten in der klassischen Heraldik als unheraldisch. Bildliche Figuren werden flächig, klar und ohne räumliche Perspektive dargestellt.

Die 200-Schritt-Regel
Ob ein Wappen gelungen ist, lässt sich mit einer alten Heroldsregel prüfen: Hängen Sie das Wappen in seiner Originalgrösse an einen Baum und entfernen Sie sich etwa zweihundert Schritte. Drehen Sie sich anschliessend um und betrachten Sie das Wappen aus dieser Entfernung. Ist es auf den ersten Blick klar, übersichtlich und gut erkennbar, erfüllt es seinen Zweck. Wirkt es hingegen unruhig oder unübersichtlich, sollte die Darstellung weiter vereinfacht und auf das Wesentliche reduziert werden. Diese bewährte Faustregel wird als 200-Schritt-Regel bezeichnet.

Die wichtigste Grundregel der Heraldik lautet daher: Ein gutes Wappen zeichnet sich durch Klarheit, Einfachheit und Übersichtlichkeit aus.

Sind Familienwappen geschützt?
Einen rechtlichen Schutz für Familienwappen gibt es in der Schweiz nicht. Wappen sollen jedoch nicht an Personen verliehen werden, denen sie nicht zustehen. Es empfiehlt sich daher, neu geschaffene Wappen bei den zuständigen Staatsarchiven zu hinterlegen.

Stellung des Schildes
Wenn ein Wappenschild nicht aufrecht mit waagerechter Oberkante, sondern geneigt dargestellt wird, so ist er grundsätzlich nach heraldisch rechts zu neigen. Eine Ausnahme bilden Allianzwappen (Ehewappen): Hier werden die beiden Schilde einander zugeneigt dargestellt und symbolisieren die Verbindung der Ehepartner.

In frühen gotischen Darstellungen war eine Schildneigung von etwa 45 Grad üblich. Heute wird der Schild in der Regel deutlich zurückhaltender geneigt, meist um 20 bis 30 Grad.

Vollwappen
Ein Vollwappen besteht aus dem Schild mit seinem Schildbild sowie dem Oberwappen, das sich aus Helm, Helmzier (Kleinod) und Helmdecke zusammensetzt. Die Helmdecke ist in der Regel in den Haupttinkturen des Schildes gehalten: aussen die Farbe, innen das Metall. Die Helmzier greift häufig das Schildbild auf oder übernimmt zumindest dessen Farben.Nicht zwingend zum Vollwappen gehören die Schildhalter. 

Die Grössenverhältnisse von Schild, Helm und Helmzier haben sich im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert. In der modernen Heraldik orientiert man sich überwiegend an den harmonischen Proportionen der Spätgotik, bei denen das Verhältnis von Schild, Helm und Helmzier etwa 3:2:3 beträgt.

Wappenbilder
Das Schildfeld soll durch heraldische Bilder klar und ausgewogen gegliedert sein. Die Figuren sind möglichst gross darzustellen und sollen die verfügbare Schildfläche weitgehend ausfüllen; dabei werden die natürlichen Grössenverhältnisse bewusst vernachlässigt.

Charakteristische Merkmale wie Krallen, Schnäbel, Zähne oder Klauen werden durch gezielte Übertreibung und stilisierte Vereinfachung besonders hervorgehoben. Auf diese Weise entstanden die für die Heraldik typischen Figuren, deren Erscheinungsbild sich oft deutlich von ihren natürlichen Vorbildern unterscheidet.

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